Probleme beim Lesen- und Schreibenlernen:

Symptome:

Wichtiger Hinweis vorab: Es ist nicht schlimm, wenn Ihr/ das Kind mal eines der folgenden Symptome (s. Tabelle) aufweist.

Jedoch systematische Symptome (d. h. mehrere und über einen längeren Zeitraum hinweg bestehende Symptome) sollten unbedingt untersucht werden!

Lesen Probleme bei der Sinnentnahme des Textes

Probleme bei der Synthese (d. h. dem zusammenhängenden Lesen)

→  Viele Leseübungen können hier Abhilfe schaffen

Klassisches Problem: Wortweise- oder Sinnweise Lesen

Langsames und/oder oft unterbrechendes Lesen

Zahlreiche Selbstkorrekturen durch das Kind

Fehler beim lauten Lesen (d.h. das „leise und innerliche“ Lesen wird            gut beherrscht, aber das laute (Vor-) Lesen bereitet starke Probleme)

Schreiben Rechtschreibefehler, die in großen Mengen auftreten und nicht-                      entwicklungsgemäß sind!

→    z.B. beim Abschreiben: Hier wird ein hohes Maß an                                Gedächtnisleistung gefordert

→ z.B. beim Freien Schreiben: Ist schwerer, als das Abschreiben, da hier viele und v. a. freie Konstruktionsprozesse (also das Bilden von Wörtern, Orthographie, etc.) abspielen

Wichtig: Unbedingt auch die Augen und Ohren des Kindes kontrollieren lassen!

Evtl. hat es eine Sehstörung, die das „Abschreiben“ von Texten, der Tafel, dem Heft, erschweren und so zu Fehlern führen.

Zudem hört das Kind evtl. nicht gut und versteht die genauen Worte nicht/ es fällt dem Kind schwer, die Worte exakt auszusprechen, wodurch auch Rechtschreibefehler entstehen können.

Buchstaben werden verwechselt (d.h. phonologisch oder auch                         phonographisch)

Die Buchstabenreihenfolge wird verwechselt

Wichtig: Wieder Augen und Ohren checken lassen

Das Kind kann eine Schreibhemmung haben (d.h. es traut/will/                    kann einfach nicht los schreiben)

Gesprochene Sprache Artikulationsprobleme:

  • Sehr „verwaschene“ Aussprache
  • Stockendes Sprechen bzw. Wortfindungsstörungen

z. B. Stottern (s. Linksammlung)

Wortschatzarmut (Insb. ein Problem in sozial-schwächeren bzw.                     niederen Schichten. Die Kinder erlernen und kennen von „Haus                     aus“ weniger (komplexere) Wörter und haben so Schwierigkeiten                   beim Lesen- und Schreiben von längeren und schwieriger                                 konstruierten Wörtern )

Grammatische und syntaktische Probleme (v. a. Kinder mit                             Migrationshintergrund / Nicht-Muttersprachlern: Wenn die Kinder               die Muttersprache nicht richtig beherschen und sie dann die                           deutsche Sprache erlernen oder es zu Hause schon ein „Mischmasch“             der 2 Sprachen gibt, fällt es den Kindern oft schwer die richtige                       Grammatik und Syntatik zu verwenden.)

Wichtig: Ein Beherrschen der Muttersprache stellt die Voraussetzung für den richtigen Transfer auf die Zweitsprache dar!

Merkfähigkeit Geringe auditive Merkfähigkeit (z.B. beim Vokallernen)

(Gehörtes kann nur schwer behalten werden)

Die eingeschränkte auditive Merkfähigkeit ist mit das häufigste                      Symptom bei Sprachstörungen. Die Kinder können sich nur wenige              Sachen kurzfristig merken. Das beeinflusst natürlich auch die                        Langzeitspeicherung von Inhalten.

Geringe visuelle Merkfähigkeit

(Gesehenes kann nur schwer behalten werden)

Die visuelle Merkfähigkeit hat v.a. Einfluss auf die Speicherung von             Wortbildern und somit auf das ganzheitliche Lesen und Schreiben

Probleme bei der Schreibmotorik Allgemeine motorische Ungeschicklichkeit

Verkrampfte Schreibhaltung

→z.B.: festes Aufdrücken beim Schreiben

→extrem große Buchstaben

Extrem langsames Schreiben

Probleme mit der Linkshändigkeit

●häufiges Wechseln der Schreibhand

→ dadurch werden im Gehirnbereich graphomotorische Muster                 verzögert und möglicherweise falsch aufgebaut

●richtige Schreibhaltung und Beibehaltung der Schreibhand muss den Kindern richtig erklärt und gezeigt werden

Undeutliches Schriftbild (r/n ähnlich)

Schwierigkeiten in der Feinmotorik oder in der                                                     Koordinationsfähigkeit

Verfasst von Wolfgang Kirner und Anne Thomßen 

Von Anne, 13. Juli 2010, 17:10 Uhr

Wenn ein Kind Probleme hat, dann zeigen sich sehr oft verschiedene Symptome, anstatt der eigentlichen. Deshalb ist es wichtig, falls diese auftreten, sie nicht zu ignorieren oder sie als momentane Phase abzutun, sondern ernsthaft darauf einzugehen und nach den Ursachen dafür zu suchen.
Es können bestimmte Begleitsymptome auftreten, die auf den ersten Blick nicht direkt mit dem Problem des Schriftspracherwerbs zu tun haben.
Man muss die Schüler immer im Großen und Ganzen betrachten. Ihre Herkunft, Lebensweise und das soziale Umfeld muss immer in Betracht gezogen werden.

1. Aggressivität
Aggressivität ist ein häufiges Symptom, das ein schlimmeres Problem, wie zum Beispiel eine physische Störung, Entwicklungsverzögerung oder psychische Traumata begleiten kann.
Man bezeichnet denjenigen als aggressiv, der einen anderen Menschen direkt (durch Körperverletzung: beißen, schlagen, treten etc.) oder indirekt (durch seelische Kränkung: beleidigen, herabsetzen, entwerten ) beschädigen möchte. Diese Verhaltensformen machen deutlich, dass sich Aggressionen im Kind aufgestaut haben.
Es gibt sowohl offene, verdeckte und stellvertretende Aggressionen. Bei Erwachsenen tauchen mehr versteckte Aggressionen auf, bei Kindern und Jugendlichen dagegen mehr offene Aggressionen. Dies bedeutet für Kinder und Jugendliche einen Nachteil, da ihre offenen Aggressionen sofort auffallen, deswegen bestraft und öffentlich geächtet werden. Dies geschieht, obwohl die Aggressionen der Erwachsenen gegenüber den Kindern wohl kaum weniger aggressiv sind, nur eben verdeckter und damit weniger angreifbar. Offene Aggression bezeichnet den direkten Angriff auf den Bestand und Wert einer Person oder Sache. Die Drohung, Beschimpfung fällt in die offene Aggression, wohingegen das Bewitzeln, Sticheln, Kritisieren und Heruntersetzen zu den verdeckten Aggressionen gehört. Eine stellvertretende Aggression erkennt man, wenn der Vater, der Ärger im Büro hatte, diesen dann zuhause abreagiert.
Doch was kann man als Lehrer, aber auch als Elternteil machen, wenn das Kind aggressiv ist?
• Genaue Beschreibung der Situation, die das Kind wütend macht; dies ist für sie oder ihn oft sehr schwer, deshalb ist es wichtig die nötige Unterstützung zu liefern
• Anschließend kann man nach Lösungsmöglichkeiten suchen, um die Situation für alle Beteiligten zu erleichtern
• Was oft vergessen wird: dem Kind mit gutem Beispiel vorangehen
• Kurzzeitige Abhilfe: Wut „raus lassen“, durch z.B. Sport
• Schwierige Gradwanderung zwischen Wutanfälle ignorieren und mehr Beachtung schenken
–> Grundsätzlich gilt: hinter “auffälligen” Verhaltensweisen sind innere Spannungen oder Konflikte verborgen. Hinter die Fassade zu schauen, kann helfen, ein Kind besser zu verstehen und angemessen auf störendes Verhalten reagieren zu können. Wenn Sie bei Ihrem Kind aggressives Verhalten beobachten, ist das nicht gleich ein Grund zur Sorge! Wut und ähnliche aggressive Verhaltensweisen gehören zum menschlichen emotionalen Repertoire genauso dazu wie andere Gefühle.

2. Hyperaktivität
Wenn Hyperaktivität bei einem Kind auftritt, heißt das nicht zwangsläufig, dass es an ADHS leidet. Manchmal tritt sie auch auf, wenn das Mädchen oder der Junge andere Probleme hat, als sogenanntes Begleitsymptom. Das betroffene Kind Für Lehrer, Schüler und Eltern ist es schwierig mit einem hyperaktiven Kind umzugehen. Deshalb gibt es verschiedene Dinge, auf welche man achten kann und soll:
• Formulieren von Anweisungen in kurzen, klaren Sätzen
• Stark strukturierter Tagesablauf
• Wenige, aber konsequent durchgehaltene Regeln und Grenzen
• Vermeidung von Reizüberflutung
• Ausleben Lassen des Bewegungsdrangs
• Möglichst wenig negative Kommunikationsformen (vor allem bei Kritik)
• Vermeidung von Überforderung
• Gezielte Förderung
• Zusammenarbeit mit Fachleuten

3. Schulangst

Der Schulbesuch ist, gerade in der Grundschule, für die Kinder eine aufregende und interessante Sache, manchmal aber Grund für Angst und Panik. Kurz bevor die Kinder zur Schule gehen sollten, treten bei ihnen alle möglichen Beschwerden auf, von Kopf- bis Bauchweh. Wenn sie die Erlaubnis erhalten haben, den Tag zur Genesung zu Hause verbringen zu dürfen, sind die Schmerzen plötzlich verflogen und den Schülern geht es wieder besser, jedoch wiederholt sich eine ähnliche Situation am nächsten Morgen.
Es ist sehr wichtig, dass gerade Eltern die Schwierigkeiten dahinter erkennen. Sie sollten verschiedene Dinge herausfinden:
• Wovor genau hat mein Kind Angst?
• Geht es um den Lehrer?
• Ist der Leistungsdruck zu groß?
• Ist der Lernstoff zu schwierig, sodass das Kind überfordert ist?
• Gab es Probleme mit Mitschülern?
• Gab es Probleme im Schulbus?
• ….
Eltern sollten die Schulangst ihrer Kinder unbedingt ernst nehmen, da diese nicht grundlos auftritt und bei Nicht-Beachtung Langzeitschäden nach sich ziehen kann. Ein offenes Gespräch mit dem Kind ist genauso nötig wie mit dem zuständigen Lehrer oder sogar einem Schulpsychologen. Alle Parteien sollten dabei sehr einfühlsam mit dem Kind umgehen, da es für dieses ohnehin eine schwere Situation ist.

4. Klassenclown

Es gibt ihn in fast jeder Schulklasse: den Klassenclown. Für sie ist das Klassenzimmer eine Manege. Wie ein Clown machen sie dort ihre Späße, kippeln mit dem Stuhl, reißen Witze und ziehen Grimassen. Und während die Mitschüler vergnügt kichern, geht es mit den schulischen Leistungen des Klassenkaspers rapide bergab. Wenn ein Lehrer dies über einen bestimmten Zeitraum hinweg beobachtet, sollte er das Gespräch mit den Eltern und gegebenenfalls auch mit dem Schulpsychologen suchen. Man darf die Ursachen jedoch nicht nur beim Kind selbst suchen, Gründe können auch sein:
• Überforderung mit dem Lernstoff
• Zu wenig Aufmerksamkeit im Elternhaus
• Veränderungen im familiären Umfeld
• Selbstwertprobleme
Neben dem klärenden Gespräch kann es auch helfen, dem Schüler ein bestimmtes Freizeitangebot zu bieten, am besten ohne die Mitschüler, wo der Betroffene neue Freunde finden kann und nicht den Klassenclown spielen „muss“.

5. Konzentrationsprobleme

Ein ebenfalls weit verbreitetes Begleitsymptom sind die Konzentrationsprobleme. Ursachen hierfür können sein:
• Geringe Ausdauer
• Hohe Ablenkbarkeit
• Rasche Ermüdbarkeit
• Motorische Unruhe
• Verspieltheit
Die Eltern sind hier schon früh gefragt. Es ist wichtig, dass sie ihre Kinder schon früh dazu bringen, begonnene Angelegenheiten fertig zu bringen. Man sollte auch darauf achten, dass die Kinder zu Hause einen ruhigen Arbeitsplatz haben, wo sie sich auch wirklich konzentrieren können.
Auch der Lehrer kann es seinen Schülern erleichtern sich zu Konzentrieren. So sollten zum Beispiel die Arbeitsphasen nicht mehr als 20 min betragen und anschließend durch Spiel, Geschichten, Sport für Lockerung gesorgt werden. Danach können sich die Mädchen und Jungen auch wieder besser konzentrieren!

Ursachen für die verschiedenen Begleitsymptome gibt es zahlreiche. Es ist jeder Fall einzeln zu betrachten. Wichtig dabei ist es, dass jedes Kind genau zu beobachten ist, um solchen Schwierigkeiten auf den Grund zu gehen.

Miriam Vetter und Julia Ferber

Von Julia, 13. Juli 2010, 17:04 Uhr
  •  Mit welchen Problemen waren Sie in Sachen Schriftspracherwerb in den letzten zwei Jahren Ihrer Klasse konfrontiert? Hatten Sie einen Fall, der Sie am meisten geprägt hat und aus dem Sie neue Erkenntnisse für Ihre zukünftige Arbeit ziehen können?

Mangelnde phonologische Bewusstheit, Raum-Lage-Probleme (d-b…), Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen, feinmotorische Probleme, zu wenig Übung und Unterstützung von bildungsfernen Familien.

Habe in meinen vielen Jahren mehrere Fälle erlebt und bin immer mehr zu der Erkenntnis gelangt, dass man kaum verhindern kann, dass ein „psychisch gesundes Kind“ lesen und schreiben lernt; spreche dem Aspekt „Reifung“ wieder mehr Bedeutung zu

  • Haben Sie ein bestimmtes Schema, nachdem Sie vorgehen und haben Sie dies bezüglich Tipps für angehende Lehrer/innen?

Lernen mit mehreren Sinnen (Phonem-Graphem-Zuordnung); Nach zwei Buchstaben sofort mit Synthese beginnen; mit Unsinnswörter und der Lesetasche üben; mehrere Methoden (Silben, Auf- und Abbauen, schwäbische Handzeichen, Lauttieren…anbieten), für interessierte Schüler Anlauttabelle anbieten, damit sie selbstständig weiterlernen können; Leselehrgang verwenden, der auf Kinder mit Migrationshintergrund Rücksicht nimmt (z.B. „Momo“) und sie nicht mit unbekanntem Wortschatz (z.B. bei der akustischen Identifikation) belastet

  • Wie wirken sich die Probleme der einzelnen Kinder im Schriftspracherwerb auf Ihre eigene Unterrichtsgestaltung (Planung, Stunde) aus?

Innere Differenzierung; ideal ist auch eine äußere Differenzierung v.a. in der Phase der Synthese-Übungen, enger Kontakt zu den Eltern, sie über Leselehrgang informieren und sinnvolles Üben aufzeigen, Freude an Schriftsprache wecken, z.B. durch Riten (Buchstabenzug, Buchstabenausstellungen, kreativer Umgang mit Sprache, freies Schreiben von Anfang an), viel Lob und Unterstützung

  • Sehen Sie diese Probleme als zusätzliche Berufsbelastung an oder als Herausforderung, der Sie sich gerne stellen? 

Probleme im Schriftspracherwerb belasten mich eigentlich nicht. Solche Kinder gab es schon immer. Es ist die Summe der Probleme, die sich in einer Klasse ergeben und die spürbar ansteigen:

vernachlässigte, verhaltensgestörte Kinder, zu große Klassen, zu wenig Differenzierungsstunden, Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf sitzen genauso in der Klasse wie sehr intelligente und wissbegierige Kinder von ehrgeizigen Eltern. Meist übernehmen die Lehrer auch noch die sozialpädagogische Betreuung der Familien. Jetzt sollen wir auch noch körper- und geistig behinderte Kinder aufnehmen und das ohne wirkliche Unterstützung und Ausbildung, da fühlt man sich vom Staat ausgenützt und ausgesaugt.

Ersteller: Alexandra Kiera, Helena Papendick

Von Helena, 13. Juli 2010, 16:04 Uhr

Probleme beim Lesen-und Schreibenlernen
1. Physische Gründe:
Probleme beim Lesen- und Schreibenlernen können physische Gründe haben. Ist die Funktion eines oder mehrerer Sinnesorgane eingeschränkt, so ergeben sich Schwierigkeiten für das Kind beim Lernen. Somit ist es unabdingbar, bei einem Kind mit Lese- und Schreibschwierigkeiten die Funktionalität der Augen, der Ohren usw. überprüfen zu lassen. Des Weiteren kann eine mangelhafte Motorik oder ein schlecht geschulter Gleichgewichtssinn auch zu Problemen führen. Dabei sollte man bedenken, dass der Gleichgewichtssinn hauptsächlich – aber nicht nur – im Ohr sitzt. Er sitzt auch in den Gelenken, womit bei schweren Brüchen das Gleichgewicht gestört sein kann. Auf jeden Fall muss das Kind in Gleichgewicht und Motorik gefördert werden, wenn Defizite vorhanden sind.

2. Rechtschreibstörungen:
Zu den Rechtschreibstörungen gehören Legasthenie/Dyslexie, Lese-Rechtschreibstörungen (LRS) und Wortfindungsstörungen.
Unter Legasthenie versteht man laut der World Health Organisation (WHO) Folgendes:
Legasthenie bezeichnet eine umschriebene Störung im Erlernen der Schriftsprache, die nicht durch eine allgemeine Beeinträchtigung der geistigen Entwicklungs-, Milieu- oder Unterrichtsbedingungen erklärt werden kann. Vielmehr ist die Legasthenie das Ergebnis von Teilleistungsschwächen der Wahrnehmung, Motorik und/oder der sensorischen Integration, bei denen es sich um anlagebedingte und/oder durch äußere schädigende Einwirkungen entstandene Entwicklungsstörungen von Teilfunktionen des zentralen Nervensystems handelt.
Legasthenie ist eine Störung, die dauerhaft auftritt. Sie äußert sich darin, dass der/die Betroffene Buchstaben weglässt oder vertauscht. Häufig ist das Sinnverständnis beim Lesen eines Textes vorhanden, aber die Lesetechnik erscheint mangelhaft. Dabei lässt sich sagen, dass von Legasthenie betroffene Kinder oft einen normalen bis hohen Grad an Intelligenz vorweisen.

Im Gegensatz dazu tritt LRS temporär auf und wird durch Traumata oder vorübergehende Probleme verursacht. LRS lässt sich bei optimaler Förderung nach mehreren Monaten bis zwei Jahren beheben.
Insgesamt lässt sich sagen, dass es sich bei Rechtschreibstörungen um schwere Störungen handeln, die unbedingt förderbar sind. Um eine gute Genesung zu gewährleisten ist es sehr wichtig, dass der Lehrer eine saubere Diagnose erstellen lässt und veranlasst, dass das Kind entsprechend gefördert wird.

3. Schwere psychische Traumata

4.

Entwicklungsverzögerung
psychische Krankheiten
sind alle Erlebens- und Verhaltensstörungen, die über einen längeren Zeitraum erheblich von der Norm abweichen, mit einem Leidensdruck verbunden sind und/oder eine Beeinträchtigung für den Betroffenen oder seine Umwelt zur Folge haben. Psychische Störungen beziehen sich immer auf die gesamte Persönlichkeit, auch wenn überwiegend nur einzelne Funktionen betroffen sind. Im folgenden möchte ich die Depression als psychische Krankheit näher betrachten:
Unter Depression versteht man einen emotionalen Zustand, der durch starke Traurigkeit und Niedergeschlagenheit, Gefühle der Wertlosigkeit und Schuld, sozialem Rückzug, Schlafstörungen, Verlust von Appetit und sexuellem Verlangen oder den Verlust von Freude und Interesse am alltäglichen Aktivitäten gekennzeichnet ist.
Depression bei Kindern werden häufig nicht erkannt: Immer öfter leiden Kinder unter Depressionen. Meist ohne dass sie selbst, die Eltern oder ihre Lehrer das wissen. Die depressiven Störungen äußern sich auf ganz unterschiedlichen Wegen. Manche der betroffenen Kinder ziehen sich in sich selbst zurück, andere werden agressiv, streiten viel und schlagen um sich.
Mögliche Symptome depressiver Kinder:
Kleinkind (1-3 Jahre)
• Wirkt traurig, das Gesicht ist ausdrucklos
• Ist ängstlich und schüchtern
• Weint schnell oder wird schnell zornig
• Hat keine Lust zu spielen
• Schläft schlecht
• Lutscht viel am Daumen oder spielt mit den Geschlechtsteilen
• Wiegt sich hin und her
• Zeigt verändertes Essverhalten
Vorschulkind (3-6 Jahre)
• Wirkt traurig oder apathisch
• Zieht sich zurück oder reagiert aggressiv
• Leidet unter Alpträumen, wacht nachts oft auf
• Hat keine Freude am Spielen, kann sich auch sonst nicht so recht freuen
• Verliert Gewicht oder nimmt stark zu und bewegt sich ungern
Schulkind
• Erzählt, dass es traurig ist
• Spricht über Selbstmordgedanken
• Hat schlechtere schulische Leistungen
• Die Essgewohnheiten ändern sich ohne sonst erklärende Gründe
• Fühlt sich von den Eltern vernachlässigt
• Hat unbegründete Schuldgefühle
• Hat ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit

geistige Behinderungen:
aufgrund der zunehmenden Auflösung von Förder- und Sonderschulen und somit der Einführung integrativer Schulen ist es nunmehr keine Ausnahme geistig behinderte Kinder zu unterrichten.

 Bei Verdacht auf geistige Behinderung oder psychische Erkrankung ist es sinnvoll erst den Schulpsychologen zu Rate zu ziehen!
Link:
- http://www.netdoktor.de/Krankheiten/Depression/Wissen/Depression-bei-Kindern-675.html
- http://www.medizinauskunft.de/artikel/familie/kinder/08_03_04_depressionen.php
- www.depressionen-depression.net/depressionen-bei-kindern/depressive-kinder.htm

- Was ist Legasthenie? (2010). Online verfügbar unter http://www.iflw.de/wissen/was_ist_legasthenie.htm, zuletzt aktualisiert am 19.02.2010, zuletzt geprüft am 12.07.2010. (Definition WHO Legasthenie)

Von Barbara Drespling und Simone Kielwein

Von Simone, 13. Juli 2010, 12:36 Uhr

Interview mit zwei Grundschullehrerinnen zum Thema „Fibel“

Welche Fibel benutzen Sie an Ihrer Schule?

Mimi die Lesemaus Frohes Lernen

Wie lange wird diese Fibel schon verwendet?

Die Fibel ist nun mindestens schon 13 Jahre an der Schule. Die Anlauttabelle wurde aber ergänzt. Bestimmt schon 10 Jahre, wenn nicht schon länger. Das einzig neue ist die Anlauttabelle die ergänzt wurde.

Warum haben Sie sich für diese Fibel entschieden?

Zur Entscheidungsfindung wurde ein Team aus Grundschullehrern gebildet, die verschiedene Fibeln miteinander verglichen. Die Entscheidung fiel für Mimi, die Lesemaus. Dafür sprachen die vielen zusätzlichen Materialien, die  eine Differenzierung ermöglichen, die Strukturiertheit des Leselehrgangs und die Anlauttabelle mit der Begabtere Schüler arbeiten können. Die Bibel wurde schon vor meiner Zeit hier an der Schule verwendet. Ich habe sie übernommen, da ich mit den Parallelklassen eng zusammenarbeite und dort auch mit dieser Fibel gearbeitet wird.

Werden viele zusätzliche Materialien benötigt?

Mimi, die Lesemaus gibt es auch als Handpuppe, die immer wieder in den Unterricht eingebaut wird. Des weiteren gibt es einen Lehrerkommentar mit Kopiervorlagen, Bastelmaterialien und Lernzielkontrollen. Diese Kopiervorlagen dienen als Übung und zur Differenzierung. Weiterhin gibt es einen Druck- und Schreibschriftlehrgang, ein Arbeitsheft, eine Lernspiel CD-ROM und einen Schülersetzkasten. Es gibt auch eine Jahresplanung, die den Lese- und Schreiblernvorgang zeitlich einteilt. Die Materialien werden in dieser Schule auch meist alle verwendet. Zusätzlich werden natürlich noch weitere Mimi- Externe Materialien benutzt. Es gibt eine Handpuppe, die „Mimi“ genannt wird, eine Lehrerhandbuch, zusätzliche Arbeitshefte, einen Schreiblehrgang und vieles mehr. Es werden also viele zusätzliche Arbeitsmöglichkeiten angeboten die man nutzen kann aber nicht muss.

Spricht die Fibel die Kinder an?

Die Fibel spricht die Kinder sehr gut an und auch die Lehrer können gut damit arbeiten. Die Fibel ist sehr überschaubar und die Texte beinhalten sowohl den Erfahrungshorizont der Kinder als auch neue Themen. Die Fibel nimmt auch Bezug zum HSU Unterricht. Es sind verschiedene Textsorten in der Fibel wie beispielsweise  Märchen, Gedichte, Bastelanleitungen,  Sachtexte und Geschichten. Um die Neugier der Kinder zu fördern und um sie zum weiteren Lesen anzuregen wird auch Kinderliteratur vorgestellt. Zum Beispiel „Die kleine Hexe“. Die Fibel spricht die Kinder schon an. Es sind viele abwechslungsreiche Geschichten etc. vorhanden, dass macht das Lesenlernen für die Kinder interessant. Mit dieser Fibel ist man als Lehrer auf der sicheren Seite, denn auch leistungsschwächere Schüler können damit gut lernen. Da die Fibel sehr strukturiert und genau ist.

Kommen Sie gut klar damit, oder würden Sie sich im Nachhinein für eine andere Fibel entscheiden?

Ich bin sehr zufrieden mit der Mimi – Fibel, da sie sehr viel zusätzliches Material zum Differenzieren bietet. Den Kindern macht es viel Spaß mit Mimi zu arbeiten. Ich komme mit der Fibel gut klar, da man als Lehrer eine gute Vorlage hat. Ich würde jedoch gerne eine etwas offenere Form der Fibel verwenden. Man könnte mit den Kindern viel freier arbeiten und neue Sachen ausprobieren. Man wäre nicht so gebunden und könnte viel mehr Freiarbeit mit einfließen lassen.
Von MIKO, 29. Juni 2010, 21:11 Uhr

Was sind Fibeln?

… ein Lehrbuch (dem Wort Bibel entlehnt) für (Schul-) Anfänger mit kindergerechter, umfangreicher Bebilderung. Die ältesten Fibeln enthielten neben ABC-Silben vor allem Bibelstellen.

Die Fibel ist in der Regel das erste Buch, welches das Kind selbst liest.

Allgemeine Ziele

  • Hilfe beim Lesenlernen für alle Beteiligten

Die Fibel bietet dem Schüler ein strukturiertes Lesenlernen. Dadurch behält er den Überblick. Der Schüler kann zu Hause selbstständig üben und ggf. nachschlagen.

Der Lehrer bekommt durch das Handbuch, Vorschläge und Anregungen zur Unterrichtsgestaltung.

Da die Eltern am Unterricht nicht teilnehmen, können sie anhand der Fibel den Leistungsstand des Kindes erkennen und mit ihnen üben.

-> Die Fibel ist ein strukturgebundenes Element.

  • Selbstständige Sinnentnahme

Die Fibel ist systematisch aufgebaut und strukturiert.

  • Kinder emotional ansprechen

Fibel soll als erstes Schulbuch Interesse, Neugierde und Lesefreude wecken. Dadurch soll sich das Kind emotional an die Fibel binden und somit Zugang zu anderen Büchern verschaffen.

  • Identifikation

Fibel soll sich an der Lebenswelt der Kinder orientieren (z.B. Familie, Spielplatz…).

  • Erwerb von Lesefertigkeit

Durch Übungen werden die Buchstaben systematisch eingeführt.

  • Lesemotivierendes Wirken

Motivation durch Text, Bild, Erlebtes,…..

An die Fibel werden hohe Ansprüchen gestellt!!!

Kriterien zur Analyse von Fibeln

  • Ausstattung bzw. Beschaffenheit der Fibel

Hierzu gehören Bindung, Größe, Stabilität, Gewicht, Einband…

Dies ist jedoch kein zentrales Kriterium, denn die meisten Fibeln werden den Anforderungen gerecht.

  • Sprache der Fibel

Vom Einfachen zum Schweren. Keine Fremdwörter und kindgemäßer, auf sich aufbauender Wortschatz. Die Sprache muss den Interessen der Kinder entsprechen (d.h. aus deren Lebenswirklichkeit) und soll zunehmend komplexer werden. Dies bezieht sich auch auf die grammatikalische Struktur.

  • Fibelinhalt

Orientierung an der Lebenswelt der Kinder (Freizeit, Schulprobleme, Familie…). Wichtig ist ein breites Spektrum von Inhalten, dass sich jedes Kind angesprochen fühlt!

  • Illustrationen

Illustrationen sollen sich nicht mit dem Text vermischen. Klare Formen und ansprechende Farben bilden einen Kontrast zum Text. Illustrationen sollten vielfältig sein (Totos, Bleistiftzeichnungen,…) damit sich jedes Kind angesprochen fühlt.

Die Bilder haben eine Doppelfunktion. Sie sollen sich zum einen auf den Text beziehen, und zum anderen den mündlichen Sprachgebrauch fördern und zum Erzählen anregen.

Methodische Auswahlkriterien

  • Methodischer Aufbau

Hierzu zählen Geschwindigkeit, die Einführung der Buchstaben (Vokale nicht alle am Anfang; Buchstaben die eine eindeutige Phonem-Graphem Zuordnung haben). Des weiteren ist darauf zu achten, wie schnell ganze Wörter angeboten werden. Es soll sich also möglichst schnell ein möglichst großer Wortschatz anhäufen. Dabei sollte aber der Wortschatz Lebensnah sein (z. B. Ball).

  • Motivation für das spätere Lesen

Die Fibel soll ein differenziertes, breites Angebot für den Schüler bereit halten (Sachunterrichtsthemen und Inhalte aus anderen Fächern regen zur Integration der Fibel in den Unterricht an). Bekannte Figuren und Literaturverweise sollen zum weiteren Lesen motivieren.

  • Lesemethoden

Je nach Art der Fibel (offen, halboffen, geschlossen) werden verschiedene Lesemethoden angewendet.

  • Bandbreite der Leseübungen

Leseübungen die die Fibel vorgibt werden am häufigsten gemacht. Für die Festigung ist zu beachten, dass ein guter Aufbau sowie Wiederholungen vorhanden sind. Zudem sollte eine Fibel offene Schreibanlässe anbieten und die Anlauttabelle geschickt eingebaut sein.

Chancen einer guten Fibel

  • Fibel als erstes Bucherlebnis

Die Fibel ist das erste Buch, welches bewusst durchgelesen und erarbeitet wird.

  • Motivation

Durch Bild, Text und Lebensnähe zum Kind.

  • Hilfestellung für Lehrkräfte

Im Handbuch befinden sich Kommentare, Hilfestellungen und Hinweise zu Problemen, die bei der Erarbeitung der Fibel auftreten können. Sie bietet zudem eine Struktur für Unterrichtsstunden.

  • Fachliche Kommentare
  • Klare Struktur für Leistungsschwächere
  • Leselehrgang ist von außen (Eltern) klar nachvollziehbar
  • Textvielfalt

Grenzen

  • Fibellehrgänge zielen auf ein Optimum für den Durchschnitt

Jedoch sind heute die Schüler sehr unterschiedlich. Manche Kinder können bereits Lesen – ihnen genügt die angebotene Vielfalt nicht. Daher sollten bei solchen Fällen externe Hilfsmittel verwendet werden.

  • Fibel setzt bei fiktiven Nullpunkt an

Vorwissen der Schüler kann schwer eingebraucht werden. Können sie bereits einen Buchstaben, wird dieser trotzdem nochmals eingelernt.

  • Eigenaktivität und Selbsttätigkeit rückt (je nach Fibel) in den Hintergrund
  • Themenschwerpunkte sind vorgegeben

Es gibt Inhalte die behandelt werden müssen, obwohl sie den Schüler vielleicht nicht interessieren.

  • Fibeln sind häufig klischeebeladen

Geschlechterrolle, Umgang mit Problemen, Normisierung der Familienkonstellationen à Verallgemeinerung

  • Fibelmaterialien gängeln die Lehrkraft: starre Konzeption

Fibel ist sehr umfassend (Schreibheft, Arbeitsmaterialien), wenn ich mich als Lehrer dafür entscheide muss ich auch damit arbeiten, da die Eltern bezahlen.

LS, PZ

Von LS, 29. Juni 2010, 16:58 Uhr

 

Name Bausteine Fibel  Kleeblatt Mimi die Lesemaus
Ausgabe 2003 2001 2008
Verlag Diesterweg Schroedel Oldenbourg
Methode - analytisch-synthetischer Lehrgang mit Anlauttabelle - geht auf individuelle Lernvoraus-setzungen der Kinder ein- Lehrgang für individuelle Lernwege geeignet - systematischer Leselehrgang- verzahntes Üben von Lesen&Schreiben von Anfang an

- Förderung des freien Schreibens mit der Anlauttabelle

Sprache - kindgerecht- grammatischen Strukturen werden komplexer

- bereits zu Beginn anspruchsvolle& lange Wörter

- kindgerecht- relativ schnelle Steigerung der grammatischen Strukturen - kindgerecht- zu Beginn einfache überschaubare Sätze (bis S. 32 entspricht jede Zeile einem Satz)

- fremde Wörter erhalten mittels Bild Hilfestellung

Inhalt - Quiesel, Ele, Lea und Lasse sind die Identifikations-figuren- kindgerechte&

lebensnahe Themen, wie z.B. Tiere, Zirkus, Sterne, Erfindungen,…

- Anna, Martin, Uta, Manuela, Julia und Andrea- kindgerechte&

lebensnahe Themen, z.B. Schule, Lernen, Angst in der Nacht, Zähne, Tiere,…

- ergänzende Texte im Anhang

- Mimi die Lesemaus- vielfältige Themen, z.B. Schule, Schulweg Jahreszeiten, Tiere, Krankheit, modernes Frauenbild, Umweltschutz, …
Illustra-tionen - Gemälde von bekannten Maler- keine Fotos

- vielfältige Illustrationen

- kein deutlicher Kontrast (Hintergrund – Text)

- enthält Fotos- Text und Bilder teilweise nicht voneinander getrennt

- unterschiedliche Schriftarten

- kleine Mimi-Bildgeschichten in der Fußzeile der Fibelseiten regen zum freien Erzählen und Schreiben an- ergänzt Sätze

(Bild = Wort)

- strukturiert den Text

- liefert Gesprächsanlässe

Besonder-heiten - Lesen beginnt mit Anlautbildernz.B. N- Nase,

- verschiedene Sprachen sollen heterogene Gemeinschaft darstellen

- erste Buchstaben: A,E,I,O,U

- überfüllte Seitengestaltung- Bastelanleitungen

- erste Buchstaben

A,O,M,T,N,L

- nach jedem neuen Buchstaben folgt eine Lese-Text-Seite

- fibelunabhängiger Schreibschriftlehrgang- zunächst lauttreue Buchstaben

 EL, KL

Von KL, 27. Juni 2010, 22:26 Uhr


Von EP, 27. Juni 2010, 11:50 Uhr

SSE

Von AL, 23. Juni 2010, 10:40 Uhr

Hier ein paar Übungsbeispiele, wie man in der Grundschule das flüssige Schreiben üben kann:

1. Schwungübungen

Die Kinder lernen durch Nachfahren (in verschiedenen Farben) die Schwünge ein, die für den korrekten Schreibfluss nötig sind.

2. Der Aufbau von Wörtern in Schreibschrift

Diese Schreibübung schult das flüssige Schreiben in der Schreibschrift, genauso wie das korreckte Nachschreiben der vorgebenen Buchstaben.

3. Die Wörterschlange

Hierbei müssen aus einer “Wörterschlang” die einzelnen Wörter herausgelesen werden und anschließend richtig untendrunter geschrieben werden. Dies schult den Schreibfluss.

Von RJ, 22. Juni 2010, 23:42 Uhr