Omas Fibel:

Hier werden zunächst Wörter in fast schon aufgereihter Art und Weise präsentiert, natürlich untermalt mit Bildern auf denen man die Gegenstände usw. sieht. Diese Wörter sollen als „Vokabeln“ gelernt werden. Hier ein Bild mit mehreren „Lernwörtern“ in Form von Namensschildern:

Ähnliche zusammen gelernte Wörter werden in bestimmten Abschnitten miteinander verglichen. Hierbei werden dieselben, sich wiederholenden Buchstaben herausgehoben. Hier zum Beispiel sogar jeweils im Wortanlaut, Wortauslaut und im Wortinneren:

In dieser Fibel finden sich auch unter den Seiten des jeweiligen Buchstabenschwerpunktes die Buchstabenbezeichnungen der artikulatorischen Methode. Bei „F->f“ also „der Lippen-Blaser“.

Nach der Worteinführung folgen einige Übungen. Diese sind im Wesentlichen Wortergänzungsaufgaben (also in Form von: Gab . .  > Gabel) und einer großen Menge von Lesetexten (meist über alltägliche Vorgänge im häuslichen Bereich oder einfache Fassungen von Märchen, usw.).

Die einzelnen Buchstaben und Laute spielen nur bei einer abschließenden Aufgabe eine Rolle, hier sollen die allein stehenden Buchstaben lautlich artikuliert werden.

Mamas Fibel:

Die graphische und inhaltliche Gestaltung gleicht hier schon sehr dem, was unsere Generation als Fibel erlebt hat. Sie ist ein buntes Bilderwerk und besteht weniger aus einer Aufzählung einzelner Bilder und Wörter, sondern verfügt über festes Figurenpersonal, das beim Lesenlernen begleitet. Die Texte, die man gerade am Anfang findet sind nicht mehr ganz so simpel und sinnleer wie die der Vorgängergeneration, wenn sie auch noch sehr monoton sind (vgl. unten). Im Bild befindet sich ein kleiner Text, meist beschreibt er eine kleine Situation, unten auf der Seite stehen dann explizit die „Lernwörter“ mit kleinen zugehörigen Bildchen, was dann so aussieht:

Der dazugehörige Text lautet zum Beispiel:

„Apfel wach auf! Ruft das Kind

Apfel wach auf! Ruft die Sonne

Apfel wach auf! Ruft der Vogel

Apfel wach auf! Saust der Wind“ (aus „Fibelkinder 1“, Anni Leissl, Oldenbourg Verlag München, S. 17)

Auch hier wird dann wieder die Wortergänzung geübt und Texte gelesen, oft findet man auch Lieder (hier liegt dann auch Silbentrennung vor!). Nach dem Worteinführungsteil jedoch werden nun noch einmal alle Buchstaben einer nicht alphabetischen Reihenfolge nach aus den Wörtern herausgehoben (in einer Übung werden auch selbe, sich wiederholende Silben verschiedener Wörter unterstrichen). Dies sieht so aus:

Aufgefallen ist noch eine Übung zum Wortauf- und –abbau, die eigentlich noch untypisch für diese Generation ist.

Meine Fibel:

Diese Fibel, wenn einige sie noch kennen: „Mimi die Lesemaus“, beginnt auf die für diese Generation wohl übliche Weise, nämlich mit der Einführung der Buchstaben. Der einzelne Buchstabe erscheint in Groß- und Kleinschreibung, in den Bildern und in aufgelisteten Wörten, hier immer sowohl in Anlaut, Auslaut als auch im Wortinneren. Die Texte sind „sinn-voller“ da auch noch nicht lesbare Wörter verwendet werden, sie werden entweder durch kleine Bildchen ersetzt oder als vorzulesende Wörter gekennzeichnet.

Nachdem die letzten beiden Generationen auf synthetisches Vorgehen beim Lesenlernen verzichtet haben, taucht es hier nun wieder auf. Ab dem vierten gelernten Buchstaben (M, O, A, I) werden die ersten eigenen Wörter zusammen gesetzt. Es gibt Graphiken zum „buchstabenweise Erlesen“. Zum Beispiel:

aber auch Wiedererkennen und Zusammensetzen von Silben, wie in dieser Graphik:

Um welche Fibeln ging es nun genau?

Omas Fibel: “Mein Buch”, Hans Brückl, R. Oldenbourg Verlag, München-Berlin (Jahreszahl nicht angegeben)

Mamas Fibel: “Fibelkinder 1″, Anni Leissl, R.Oldenbourg Verlag, München (Jahreszahl nicht angegeben)

Meine Fibel: “Mimi die Lesemaus”, Waltraud Borries und Edith Tauscheck, R. Oldenbourg Verlag, München, 1987

Von TG, 7. Juni 2010, 12:32 Uhr

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