Die verschiedenen Stufen der Ganzwort- und Ganzsatzmethode

Die erste Stufe ist die des naiv – ganzheitlichen Lesens. Hierbei geht es zunächst darum, sich Wörter und Sätze einzuprägen.

Die zweite Stufe ist die der Durchgliederung, es werden Buchstaben und Laute analysiert, die Buchstaben werden dabei aus ganzen Wörtern herausgenommen, der Auf – und Abbau des Wortes wir somit nicht geübt.

In der dritten Stufe wird durch das zusammenführen von Buchstaben und Lauten das Erlesen und Schreiben von Texten möglich.

Vorteile

Durch das Lernen von ganzen Wörtern ist die Schrift von Anfang an Bedeutungsträger, das gelesene ergibt Sinn und dient der Kommunikation. Dies ist großer Anreiz und Motivation für Kinder, lesen lernen zu wollen.

Ein weiterer Vorteil ist, dass die Art des Lesens der eines geübten Lesers entspricht, es wird nicht Buchstabe für Buchstabe gelesen und zusammengesetzt sondern von einem Wort zum anderen gesprungen, der Schüler lernt gleich auf Wortbild und Widererkennung zu achten, das überschauende Lesen wird somit schon sehr früh geübt.

Nachteile

Ein Nachteil ist die zu späte Förderung des ökonomischen Lesens, also des Lesens von einzelnen Buchstaben. Dadurch ist zu Beginn kein selbstständiges Lesen möglich, da die Schüler sich Wörter nicht selbst erarbeiten können.

Die Tatsache, dass nur ganze Wörter gelernt werden führt auch dazu, dass die Texte sehr inhaltsarm sind.

Besonders bei schwachen Schülern besteht auch die Gefahr der Gedächtnisüberforderung, da sie Probleme haben die Wörter vertieft zu lernen und deshalb versuchen, sie auswendig zu lernen.

Die Integration der Leselehrverfahren (Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre)

Der Methodenstreit und seine Überwindung

Der Streit darüber, welche Methode die Richtige ist führte dazu , dass man die jeweiligen Vor- und Nachteile erkannte, die Integration bestand dann darin, die Vorteile zu nutzen und die Nachteile auszuschalten. 1981 wurde dann die Kombination aus synthetischen und analytischen Leseverfahren verpflichtend in den Lehrplan aufgenommen, es sollen seitdem sowohl ganze Wörter als auch einzelne Buchstaben gelehrt und analysiert werden, auch Auf – und Abbauübungen sind obligatorisch. Heute werden hauptsächlich zwei Verfahren gelehrt, das analytisch – synthetische Leselehrverfahren und das Methodenintegrierte Verfahren.

Analytisch – synthetische Leselehrverfahren

Vertreter hierzu sind unter anderem Erika Kunschak „Frohes Lernen“ und Hinrichs „Fara und Fu“. In der „Kleeblatt–Fibel“ ist ein analytisch – synthetisches Verfahren mit ganzheitlicher Ergänzung zu finden.

Sie arbeiten mit analytischen und synthetischen Prozessen, die gelehrten Wörter sind lesetechnisch sehr einfach.

Methodenintegrierte Verfahren

Vertreter sind Menzel und Pregel zu ihren Leitlinien gehört, dass der Leselehrgang die Sprachkompetenz erweitern soll, des weiteren dürfen das Sprachangebot und die Übungsformen weder Sprachstil noch Sprachreichtum einengen, es müssen also von Anfang an auch bedeutungstragende Wörter verwendet werden.

Vorteile

Sowohl die Sinnentnahme, als auch die Technik des Lautschriftlesens werden von Beginn an geschult.

Die Sinnerwartung und Wortvermittlung stützen den Leselernprozess zusätzlich.

Durch die Einbeziehung bedeutsamer Wörter gibt es ein reicheres Textangebot.

Nachteile

Die Morpheme und Signalgruppen, die das Lesenlernen erleichtern bleiben unberücksichtigt.

Leselehrverfahren neu – PPT

Von TH, 7. Juni 2010, 15:11 Uhr

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