Um zu erfahren mit welcher Methodik verschiedene Generationen das Lesen erlernt haben, befragten wir einige Passanten in Eichstätt. Die unterschiedlichen Eindrücke und Erinnerungen seht ihr im Video:

Leselehrverfahren – mehrere Generationen blicken zurück

Da die Tonqualität bei 2 Interviews sehr schlecht ist, kann man hier die Aussagen im Wortlaut noch einmal nachlesen:

Passantin, *1948

Ja, wir haben einzelne Buchstaben gelernt, genau. Und die dann zusammengeführt. Also keine Ganzheitsmethode, das hat meine jüngere Schwester dann gehabt, die ist `55 geboren, ich ´48. Bei uns hat man das mit einzelnen Buchstaben gemacht, sie hat dann Wörter gelernt, ganze. Da kann ich mich noch daran erinnern.

Gab es dann schon Bilder zu den einzelnen Buchstaben?

Also, ich kann mich nicht daran erinnern. Ich hatte die Grundschule als ganz schrecklich in Erinnerung, mit „Tatzen“ und autoritärem Gehabe, also das ist mir ein Graus, wenn ich daran denke,  das war ganz schlimm.

Ehepaar, 1949 eingeschult

Passantin:

Wir haben die Buchstaben aneinandergesetzt und haben das dann so zusammengefunden. (…) Ei- mer. Zuerst ein <e> und ein< i> war ein <ei> (…dann kam so ein Bindestrich und <mer>) und dann kam< Ei-mer>. (…) Wir sind ja Nachkriegskinder.

Passant:

Wir sind ja ´49 in die Schule gekommen.

Passantin:

Und unsere Kinder haben das Lesen auch schon ganz anders gelernt. Sie haben richtige Worte geschrieben und haben sich dann dieses Bild eingeprägt. Und meine Enkelkinder, die haben lesen gelernt, das habe ich auch gut mitbekommen, sie konnten schreiben wie sie es hören. Die haben das auch so aufgeschrieben und haben dann viele Fehler machen dürfen, aber das war egal. Und die jüngeren Enkelkinder, die wir jetzt haben, bei denen geht es wieder nach Buchstaben. Aber wir kommen aus dem Rheinland, vielleicht ist das in Bayern ja anders.

Von ML, 8. Juni 2010, 20:59 Uhr

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