Was sind die aktuellen  didaktischen Prinzipien des Lese-  und Schreiblernverfahrens?

-          Kommunikationsorientierung – oberste Maxime

  • Lesen u. Schreiben sollen Kommunikation ermöglichen
  • SSE soll zeigen, was Kommunikation bedeutet
  • Schüler sollen Erleben, dass SSE der Kommunikation dient

→bei der Auswahl der Fibel, Anlauttabelle… beachten

-        Persönliche Relevanz

  • Kind soll sich angesprochen fühlen
  • Geschriebenes soll mit der Lebenswelt der Kinder zu tun haben
  • Kinder sollen mit dem Geschriebenen Assoziationen verbinden
  • Lernen mit allen Sinnen (Kneten, Hören, in die Luft zeichnen, fühlen, Geruchssinn – Buchstaben mit Duft verbinden, Geschmackssinn)
    • besonders bedeutsam für Schüler, die schlecht hören

    - zur besseren Abgrenzung der einzelnen Buchstaben (b-d)

    • Verankerung geschieht über Vernetzungen im Gehirn
    • zeigt, dass Schriftsprache überall relevant ist

-          Textvielfalt

  • nicht nur klassische Leselerntexte (auch Comics, Briefe…) verwenden
  • Genderaspekt beachten (Jungen interessieren sich für Sachtexte)
  • Bildervielfalt ( Fotos, Karikaturen, Zeichnungen, Farbe, schwarz-weiß)

→ Textvielfalt schult Literalität

-          Waage zwischen Struktur und Offenheit

  • bezieht sich auf Lese- und Schreiblehrgang
  • Strukturiertheit:
    • Stunden ähnlich aufbauen ( gleiche Einführung der Buchstaben, gleiches Übungsschema…)
    • unterschiedliche Methoden überfordern (leistungsschwache) Schüler
  • Offenheit:
    • leistungsstarke Kinder brauchen unterschiedliche Möglichkeiten (zusätzliche Angebote durch offene Unterrichtsformen)

→ Grundsätzlich gilt die 2-3 Monatsmarke und die 7-8 Buchstabenmarke:

  • Nach 2- 3 Monaten (bis ca. Weihnachten) sollten Kinder das Prinzip des Zusammenlesens  verstanden haben (spätestens dann Fördermaßnahmen einleiten).
  • Erst wenn 7-8 Buchstaben erlernt und verinnerlicht wurden, darf  fortgesetzt werden  (1 Woche Ruhe, Sicherung, Kontrolle).
  • Nach diesen 7 Buchstaben sollte Grundprinzip verinnerlicht sein.
  • „Sich traun beim Lernen Zeit zu lassen“ – kein Konkurrenzdenken

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Von CS1, 18. Juni 2010, 15:43 Uhr

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