Probleme beim Lesen- und Schreibenlernen:

Symptome:

Wichtiger Hinweis vorab: Es ist nicht schlimm, wenn Ihr/ das Kind mal eines der folgenden Symptome (s. Tabelle) aufweist.

Jedoch systematische Symptome (d. h. mehrere und über einen längeren Zeitraum hinweg bestehende Symptome) sollten unbedingt untersucht werden!

Lesen Probleme bei der Sinnentnahme des Textes

Probleme bei der Synthese (d. h. dem zusammenhängenden Lesen)

→  Viele Leseübungen können hier Abhilfe schaffen

Klassisches Problem: Wortweise- oder Sinnweise Lesen

Langsames und/oder oft unterbrechendes Lesen

Zahlreiche Selbstkorrekturen durch das Kind

Fehler beim lauten Lesen (d.h. das „leise und innerliche“ Lesen wird            gut beherrscht, aber das laute (Vor-) Lesen bereitet starke Probleme)

Schreiben Rechtschreibefehler, die in großen Mengen auftreten und nicht-                      entwicklungsgemäß sind!

→    z.B. beim Abschreiben: Hier wird ein hohes Maß an                                Gedächtnisleistung gefordert

→ z.B. beim Freien Schreiben: Ist schwerer, als das Abschreiben, da hier viele und v. a. freie Konstruktionsprozesse (also das Bilden von Wörtern, Orthographie, etc.) abspielen

Wichtig: Unbedingt auch die Augen und Ohren des Kindes kontrollieren lassen!

Evtl. hat es eine Sehstörung, die das „Abschreiben“ von Texten, der Tafel, dem Heft, erschweren und so zu Fehlern führen.

Zudem hört das Kind evtl. nicht gut und versteht die genauen Worte nicht/ es fällt dem Kind schwer, die Worte exakt auszusprechen, wodurch auch Rechtschreibefehler entstehen können.

Buchstaben werden verwechselt (d.h. phonologisch oder auch                         phonographisch)

Die Buchstabenreihenfolge wird verwechselt

Wichtig: Wieder Augen und Ohren checken lassen

Das Kind kann eine Schreibhemmung haben (d.h. es traut/will/                    kann einfach nicht los schreiben)

Gesprochene Sprache Artikulationsprobleme:

  • Sehr „verwaschene“ Aussprache
  • Stockendes Sprechen bzw. Wortfindungsstörungen

z. B. Stottern (s. Linksammlung)

Wortschatzarmut (Insb. ein Problem in sozial-schwächeren bzw.                     niederen Schichten. Die Kinder erlernen und kennen von „Haus                     aus“ weniger (komplexere) Wörter und haben so Schwierigkeiten                   beim Lesen- und Schreiben von längeren und schwieriger                                 konstruierten Wörtern )

Grammatische und syntaktische Probleme (v. a. Kinder mit                             Migrationshintergrund / Nicht-Muttersprachlern: Wenn die Kinder               die Muttersprache nicht richtig beherschen und sie dann die                           deutsche Sprache erlernen oder es zu Hause schon ein „Mischmasch“             der 2 Sprachen gibt, fällt es den Kindern oft schwer die richtige                       Grammatik und Syntatik zu verwenden.)

Wichtig: Ein Beherrschen der Muttersprache stellt die Voraussetzung für den richtigen Transfer auf die Zweitsprache dar!

Merkfähigkeit Geringe auditive Merkfähigkeit (z.B. beim Vokallernen)

(Gehörtes kann nur schwer behalten werden)

Die eingeschränkte auditive Merkfähigkeit ist mit das häufigste                      Symptom bei Sprachstörungen. Die Kinder können sich nur wenige              Sachen kurzfristig merken. Das beeinflusst natürlich auch die                        Langzeitspeicherung von Inhalten.

Geringe visuelle Merkfähigkeit

(Gesehenes kann nur schwer behalten werden)

Die visuelle Merkfähigkeit hat v.a. Einfluss auf die Speicherung von             Wortbildern und somit auf das ganzheitliche Lesen und Schreiben

Probleme bei der Schreibmotorik Allgemeine motorische Ungeschicklichkeit

Verkrampfte Schreibhaltung

→z.B.: festes Aufdrücken beim Schreiben

→extrem große Buchstaben

Extrem langsames Schreiben

Probleme mit der Linkshändigkeit

●häufiges Wechseln der Schreibhand

→ dadurch werden im Gehirnbereich graphomotorische Muster                 verzögert und möglicherweise falsch aufgebaut

●richtige Schreibhaltung und Beibehaltung der Schreibhand muss den Kindern richtig erklärt und gezeigt werden

Undeutliches Schriftbild (r/n ähnlich)

Schwierigkeiten in der Feinmotorik oder in der                                                     Koordinationsfähigkeit

Verfasst von Wolfgang Kirner und Anne Thomßen 

Von Anne, 13. Juli 2010, 17:10 Uhr

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