Die Graphem-Phonem- Korrespondenz

Grundfrage: Worin unterscheiden sich Laute und Schrift?

  • Nach Duden: 57 Laute
  • 38 bedeutungsunterscheidende Laute, sogenannte Phoneme
  • Im Rahmen unseres Schriftsystems: für die 38 Phoneme stehen nur 30 Zeichen zur Verfügung

Alphabetische Schriften basieren auf der Zuordnung von Phonemen und Graphemen.

Graphem: kleinstes bedeutungsunterscheidendes Symbol, das ein oder mehrere Phoneme       wiedergibt.

Phonem: bedeutungsunterscheidender Laut („das, was gesagt wird“): /…/

Phonem-Graphem-Korrespondenz: Übereinstimmung von Graphem und Phonem (das Gesprochene entspricht dem Geschriebenen)

Beispiele:   Oma; ist; Mama; Blume;

è Laute müssen allerdings nicht immer der Schrift entsprechen, da nur in 60% aller Fälle eine Phonem-Graphem- Korrespondenz besteht.

Beispiele: Fahne; Hahn; Glocke; Mutter; Qualle

Bierwisch:

  • Graphemisch ambig: für ein Phonem sind mindestens zwei graphemische Entsprechungen möglich:

/F/: Vater, Fahne, Philipp

/W/: Vase, Wurm

/K/: Chor, Kuh, Clown

/s/ : hast, gehasst, Fuß, Platz

  • Phonetisch ambig: für ein Graphem sind mindestens zwei phonetische Entsprechungen möglich:

/W/: Vase

/F/: Vater

/sch/: Jongleur

/j/: Jubel

Prinzipien der Verschriftung:

1)      Phonographisches Prinzip: Zuordnung von Phonemen und Graphemen

2)      Schemakonstanz/ morphologisches Prinzip/ morphematisches Prinzip: Kenntnis und Wissen des   Wortstamms. (Tag –> täglich)

3)      Schemadifferenzierung/ Homonymieprinzip: unterschiedliche Schreibweise bei gleichlautenden Wörtern ( Wahl ↔ Wal)

4)      Etymologisches Prinzip: ähnlich wie Schemakonstanz, nur weitergehender. ( Kamm –> Kämme)

5)      Ästhetische Prinzipien: Änderung von Schreibweisen aufgrund ästhetischer Ansprüche. ( Saal –> Säle ≠ Säale; geschwollen –> Geschwulst ≠ Geschwullst)

6)      Regeln und Ausnahmeregeln: (Schiffahrtskapitän –> Schifffahrtskapitän)

Von CS, 11. Mai 2010, 18:52 Uhr

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